Prozesskosten als Werbungskosten abzugsfähig

Nach einer Entscheidung des FG Münster vom 03.12.2019 (AZ 1 K 494/18) sind bei Unterhaltspflichtigen Prozessführungskosten (Gerichts- und Rechtsanwaltskosten) als Werbungskosten zu berücksichtigen, soweit der Unterhalt des geschiedenen Ehegatten nach § 22 Nr. 1a EStG versteuert wird (steuerliches Realsplitting). Gleichzeitig macht der Unterhaltspflichtige die Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben gem. § 10 Abs. 1a EStG geltend. Der konkrete Werbungskostenansatz beim Unterhaltsempfänger ist möglich, wenn die Kosten entstanden sind, um zukünftige, bzw. ggf. Unterhaltsleistungen zu erhalten, die wiederum zu steuerbaren Einkünften führen. Die Prozessführungskosten dürften im Regelfall den Werbungskostenpauschbetrag bei sonstigen Einkünften von Eur 102,00 p.a. übersteigen.

Leider ist derzeit nicht bekannt, ob in dem entschiedenen Fall der jährliche Unterhalt Eur 13.805,00 p.a. (z.Zt. Höchstgrenze des steuerlichen Realsplittings) überstiegen hat und insoweit ggf. eine Einschränkung gilt.

Das FG Münster hat die Revision zum BFH zugelassen.