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Kapitalgesellschaften in der Krise

Tuesday, 11. April 2017


Die Pflicht des Geschäftsführers zur sofortigen Einberufung einer
Gesellschafterversammlung bei hälftigem Vertust eines GmbH-Stammkapitals


Sollten anhaltende Verluste mindestens die Hälfte des Stammkapitals einer GmbH aufgebraucht haben, muss der Geschäftsführer gemäß § 49 Abs. 3 GmbHG eine außerordentliche Gesellschafterversammlung ein­berufen.

Diese Verpflichtung besteht auch dann, wenn ein Jahresabschluss noch nicht vorliegt, aber aus den betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder eignen Aufzeichnungen und Auswertungen hervorgeht, dass im Laufe des Geschäftsjahres bereits mehr die Hälfte des Stammkapitals verloren wurde. Nach § 84 Abs. 1
GmbHG droht dem Geschäftsführer bei Unterlassen dieser Pflicht eine strafrechtliche Sanktion in Form einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Selbst wenn die Einberufung solch einer außerordentlichen Gesellschalterversammlung vom Geschäftsführer ohne Böswilligkeit unterlassen wurde, steht gemäß § 84 Abs. 2 GmbHG immer noch ein fahrlässiges Ver­säumnis zur Diskussion, das eine Strafsanktion vorsieht.

Dem Geschäftsführer sollte die Einberufung unbedingt vorzunehmen, denn letztendlich haftet gegebenenfalls nur er und er muss sich unter Umständen sogar bezüglich einer möglichen Insolvenzverschleppung rechtfertigen.

Gerade bei krisenbehafteten Unternehmen sollte der Geschäftsführer die Krisensituation ausreichend dokumentieren und die Einberufung durchführen.